07.09.2015 17:03 Alter: 5 yrs
Kategorie: Steinwelten Steinwelten

Tag des Geotops 2015


Kristalliner Marmor im Donautal am „Tag des Geotops“ 2015

Diese bundesweite Aktion „Tag des Geotops“ findet immer am 3. Sonntag im September unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung statt.

Ähnlich wie beim Tag des offenen Denkmals sollen geologische Sachverhalte und die Bedeutung der Geotope und des Geotopschutzes der interessierten Bevölkerung nähergebracht werden.

Geotope werden dann als wertvoll erachtet, wenn ein Interesse an ihnen besteht, das sowohl wissenschaftlicher, als auch ästhetischer Natur sein kann. Sie prägen nicht nur das Landschaftsbild einer Region - oft sind sie auch im Bewusstsein der Menschen durch alte Sagen, Legenden und Mythen verankert. Geotope sind also nicht nur Naturdenkmale oder Wissenschaftsobjekte sondern auch Kulturgüter, die es zu schützen und zu erhalten gilt.

Diese Mischung aus kulturgeschichtlichen Hintergründen und geowissenschaftlichen Inhalten macht den Tag des Geotops nicht nur für Fachleute sondern gerade auch für interessierte Laien und unternehmungsfreudige Familien gleichermaßen zu einem interessanten und abwechslungsreichen Event.

Für den Landkreis Passau bieten das Haus am Strom, das Besucherbergwerk Kropfmühl und das Granitzentrum Bayerischer Wald  am Sonntag, den 20. September um 10 Uhr eine Exkursion zu den Marmorbrüchen im Donautal an.

Treffpunkt sind die Parkplätze am Haus am Strom in Jochenstein. Nach kurzer Einweisung begeben sich die Teilnehmer in Fahrgemeinschaften zum aufgelassenen Steinbruch am Rambach. Eine kristalline Marmorlinse wird dort von metamorphen Gesteinen überlagert. Deutlich zu sehen, die durch Tektonik hochgefalteten Gneisschichten. Weiter geht die Fahrt nach Niederndorf zum berühmten „Kolibruch“ an der Donauleiten. Vom Naturwissenschaftler Prof. Karl Wilhelm von Gümbel wurde bereits im Jahr 1866 in diesem Gestein ein Pseudofossil, das „Eozoon Bavaricum“ beschrieben. Nach Überlieferungen aus der Bevölkerung sollen bereits die Römer die Marmorvorkommen genutzt haben. Erste Nennung von Kalkbrennöfen findet man bereits in den Urkundenbüchern im 14. Jahrhundert. Hier  werden Kalköfen in Löwmühle und Grünau benannt. Auch direkt am Kalkbruch war laut Hans Kerber aus Niederndorf ein Kalkofen. Mit Pferdefuhrwerken wurde der Kalk die Donauleiten hangaufwärts oder hangabwärts befördert. Ein steinernes Marterl erinnert an die vermutlich vielen Transportunfälle. Nach dem Rückweg nach Niederndorf geht die Fahrt zurück zum Haus am Strom. Im dortigen Bistro wird eine kurze Mittagspause eingelegt. Im Anschluss findet im Medienraum eine Aufarbeitung der Exkursion statt. Festes Schuhwerk und der Witterung entsprechende Kleidung sind erforderlich.


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